Allgemein
02.09.2018

Magwas setzt Zeichen am Weltfriedenstag
Für Demokratie und Toleranz

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Unter dem Motto "Plauen ist bunt" folgten gestern ca. 250 Personen dem Runden Tisch für Demokratie und Toleranz in die Spitzenstadt, um ein Zeichen für Frieden und Toleranz zu setzen. Anlass war die Ankündigung der rechtsextremen Partei "Der III. Weg" zur Demonstration unter ausländerfeindlichen Parolen. Bundestagsabgeordnete Yvonne Magwas rief am Plauener Albertplatz GEGEN Hass sowie Populismus und FÜR Demokratie und Toleranz auf:

 

Liebe Vogtländerinnen und Vogtländer,

 

Danke, dass sie heute hier sind und Haltung zeigen, Danke dass sie sich den Nazis des Dritten Weges entgegenstellen. Danke, dass sie für Demokratie, Toleranz und Rechtsstaat einstehen.

Der dritte Weg wird aus guten Gründen vom Verfassungsschutz beobachtet.

Es ist eine rechtsradikale, völkische nationalistische Organisation, die Demokratie und Rechtsstaat bekämpft. Dieses Gedankengut hat schon einmal die ganze Welt an den Abgrund gebracht.

Umso schlimmer ist es, dass diese Nazikundgebung heute am Tag des Beginns des zweiten Weltkrieges stattfindet. Dieses Datum hat der dritte Weg ganz bewusst gewählt. Jeder, der hier mitläuft, diese Truppen unterstützt, hat nichts aus unserer Geschichte gelernt!

 

Umso wichtiger ist es, liebe Vogtländerinnen und Vogtländer, dass Demokraten ihre Wohlfühlecke verlassen und diesen Leute entgegentreten.

Wir müssen unsere Demokratie verteidigen, denn wir haben leider schon einmal gesehen was passiert, wenn Demokraten dies nicht tun.

Deshalb danke ich Ihnen allen, die heute hier sind und deshalb ist es auch für mich selbstverständlich, dass ich heute hier stehe.

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

der dritte Weg stellt ein Zerrbild unseres Landes dar.

Das immer gleiche Zerrbild, das auch NPD und Afd nicht müde werden zu behaupten.

Natürlich haben wir Probleme und Herausforderungen in unserem Land - diese verschweigt aber auch niemand! Die MÜSSEN und DÜRFEN offen diskutiert werden.

Wir haben zum Beispiel Probleme mit islamistischen Terror, mit mangelnder Integration und Straftaten, die durch Ausländer verübt werden.

Das hat uns leider der gewaltsame Todesfall in Chemnitz wieder bedrückend vor Augen geführt. Und ich denke, wir alle verabscheuen diese Tat und beten für die Angehörigen.

Aber was ist die Antwort darauf - die Antwort ist nicht Selbstjustiz oder Hass, die Antwort ist nicht pauschal Ängste gegen Ausländer zu schüren oder Lügen zu verbreiten.

Die Antwort heißt Rechtsstaat.

Diejenigen, die Straftaten begehen, müssen und werden genauso die Härte des Rechtsstaats erfahren, wie jeder kriminelle Deutsche - bis hin zum Verlust des Aufenthaltsstatus.

Wir müssen unseren Polizistinnen und Polizisten den Rücken stärken, solche Aktionen wie kürzlich in Plauen von einen Kroaten, einem Mazedonier und einem Libyer sind inakzeptabel. Wer unsere Sicherheitskräfte angreift, greift uns als Gesellschaft insgesamt an.

Ich möchte auch der Polizei heute danken, dass sie da sind, uns schützen. Sie leisten einen guten Job.

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir arbeiten in der Politik tagtäglich dafür, die nicht einfachen Problemlagen zu lösen.

Gleichwohl sind diese nicht so groß, wie die Rechten sie zu machen versuchen.

Die übergroße Zahl der Flüchtlinge lebt friedlich mit uns. Erst letzte Woche gab es die neue Zahl, dass bereits über 370.000 in den Arbeitsmarkt integriert werden konnten.

Sie zeigen, dass Integration funktioniert! Sie sind zu stärken! Ebenso zu stärken, sind diejenigen, die diese Integrationsarbeit machen und einfordern - meist oft im Kleinen, meist unbemerkt. Sie sind ebenso Helden des Alltags.

 

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

eines ist mir bei alledem sehr wichtig. Das was wir heute gesehen haben, den dritten Weg und seine Mitglieder sind nicht das Vogtland! Das Vogtland ist eine liebenswerte Region. Hier gehen Menschen fleißig arbeiten, hier engagieren sich Menschen ehrenamtlich, in Vereinen, bei der Feuerwehr oder in Kirchen. Das ist das Vogtland und das die Mehrheit! Und da müssen wir differenzieren.

Wir alle lieben unsere schöne Heimat, die Natur, die Bräuche - die Menschen fühlen sich hier wohl. Für mich hat Heimat nichts mit Enge zu tun, sondern sie gibt Orientierung und einen festen Halt!

 

Deshalb ist „Heimat“ zu wertvoll, um als billige Parole von Populisten missbraucht zu werden.

Und deshalb rufe ich Ihnen zu:

Überlassen wir das Feld nicht den Pöblern und den Hassern!

Überlassen wir diesen Leuten nicht unsere Straßen und Plätze!

Wer so zerfressen von Hass ist, liebt nichts, auch nicht seine Heimat!

Möge nicht nur heute die Vernunft siegen und nicht die Wut, der Hass und der Populismus.

 

- Es gilt das gesprochene Wort -